
an der gubelstrasse 10 in oerlikon steht das quartierzentrum tezet oerlikon. ursprünglich eine automatische telefonzentrale der damaligen ptt, wurde das gebäude im 2001 zum quartiertreffpunkt umfunktioniert. heute, unauffällig eingegliedert in diverse schulhausbauten, soll es in zukunft zum auffälligen anziehungspunkt im quartier werden und durch seine erneuerte präsenz positiv provozieren.
wo befindet sich das tezet? was passiert im tezet?
aus meiner analyse von architektur, kontext und wunsch der auftraggeber haben sich diese zwei schlüsselfragen ergeben. es braucht ein gebäude mit auffälliger zeichnung und farbgebung, dass sich in die köpfe der passanten einprägt. besucher verknüpfen das äussere bild zusätzlich mit der erfahrung der nutzung. so wird das haus zum lokalen, auffälligen landmark.
im strassenverkehr werden streifen zu informationsträgern, zu signalen, die mit einer bestimmten bedeutung verknüpft sind. die lehre dazu, die signaletik, nutzt diese optischen signale zur räumlichen orientierung des menschen. hohe gebäude in der nähe von flughäfen werden zur besseren sichtbarkeit mit kontrastierenden farbstreifen versehen. schiffe orientieren sich an gestreiften seezeichen, um auf kurs zu bleiben. dem berggänger zeigen streifenmarkierungen den sicheren weg durch das gebirge.
streifen sind dort zu finden, wo auf etwas aufmerkasam gemacht werden soll. sie kommunizieren, informieren, orientieren und markieren. das tezet will dies alles auch. und wird es für die oerlikoner bevölkerung tun nach seiner neugestaltung als «gestreiftes haus».

das tezet sendet signale zur bevölkerung von oerlikon aus, die telefonzentrale hatte dies auch vorher während 60 jahren gemacht. in der neuen funktion als gemeinschaftszentrum wird die kommunikation nicht mehr auf technologischer ebene abgehandelt, sondern wird im sozialen und zwischenmenschlichen bereich gefördert. ein dialog zu und unter den verschiedenen bevölkerungsschichten entsteht. dabei kann es ruhig oder mal rau zu- und hergehen. das tezet signalisiert dies mit rauen und glatten, also haptisch erfahrbaren streifen, welche sich in frischer farbgebung zu einem modernen und selbstbewussten auftritt vereinen.
die farben setzen sich deutlich von der gebauten umgebung ab und können sich auch in den verschiedenen jahres- und tageszeiten behaupten: ein strahlendes weiss kontrastiert mit den üppigen vegetationsmonaten und ein knackig frisches grün hebt sich hervor, wenn schnee liegt. grün für die erholung der augen, wenn die sonne das weiss blenden lässt. weiss, das an trüben tagen oder beim eindunkeln noch lange leuchtet.
der bestehende grobe kratzputz wird für die weissen streifen mit feinem putz aufgefüllt. dies ergibt eine leicht höhere und glatte verputzschicht und so eine klare kante zum groben kratzputz. als anstrichstoffe werden organo-silikatfarben (keim sol-soldalit oder ähnlich) verwendet. die matte erscheinung, die tiefenwirkung im grün und die langlebigkeit/lichtechtheit der farben sind für die wahl ausschlaggebend.
die fenster inkl. umrahmungen aus kunststein bleiben in der jetzigen farbgebung belassen. entfernt werden die rotbraunen klapp-fensterläden im erdgeschoss. plissvorhänge im innern ersetzen den fehlenden sonnenschutz.
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